„Addis Afros Basketball Club“ in Äthiopien

Hintergrund

Äthiopien ist bekannt als eines der ärmsten Länder der Welt. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs der letzten Jahre leben offiziell mehr als 1/3 der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Äthiopiens Städte wachsen in rasantem Tempo. In den meisten Fällen fehlen den Stadtverwaltungen jedoch die finanziellen Mittel um ausreichend Infrastruktur für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Da es bereits an der Grundversorgung wie Strom, Wasser sowie Müll- und Abwasserentsorgung mangelt, ist es nicht verwunderlich, dass es wenig Mittel für soziale Infrastruktur wie Sportanlagen oder Jugendclubs gibt. Dabei spielt der Sport insbesondere in Afrika eine wichtige Rolle für die Kinder und Jugendlichen, die so oft die Leidtragenden der steigenden Kluft zwischen Arm und Reich sind. Sport ist, wie überall auf der Welt, auch in Äthiopien ein Ventil für angesammelte Frustration, Quelle für neue Motivation sowie Mittel zur Konfliktbewältigung und zum Erlernen sozialer Umgangsformen. 

Basketball in Äthiopien Basketball erhält neben Fußball und dem Nationalsport Langstreckenlauf bisher nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Doch gerade in den Städten gewinnt der Sport zunehmend an Popularität. Seit Kurzem erreichen die Stars der nordamerikanischen Profiliga NBA durch Satellitenfernsehen und Internet auch hier Kids aller Alters- und Einkommensklassen. Es bilden sich Verbände und Stadtligen und es werden Wettbewerbe und Turniere   austragen. Natürlich spielt sich alles auf sehr geringem Niveau ab. Selbst in Addis Abeba der Hauptstadt Äthiopiens sind die schon wenigen Freiplätze zudem meist im schlechten Zustand und nur gegen Gebühr zugänglich. Die einzige öffentliche Halle der 4 Millionen Metropole ist hoffnungslos überbucht. Etablierte Vereinsstrukturen sind im Basketball kaum präsent und bieten daher interessierten Jugendlichen kaum Möglichkeiten ihrem Hobby nachzugehen. Neben 2 professionell geführten Basketballvereinen (gesponsert von Ethiopian Airways bzw. einer staatlichen Baufirma) gibt es kaum nachhaltige Vereinsstrukturen. So sind die meisten Jugendlichen auf sich alleine gestellt, sich um einen Trainingsplatz und die nötige Ausrüstung zu kümmern und diese zu finanzieren. Eine Hürde, die nur wenige meistern und somit den Vereinssport für die Mehrzahl der interessierten Jugendlichen unzugänglich macht. Trotz der schlechten Ausgangsbedingungen und den vielen Hindernissen ist das Interesse am Sport geweckt und die Leidenschaft am Basketball bei vielen entfacht.

Der „Addis Afros Basketball Club“

Der „Addis Afros Basketballclub“ wurde im Jahr 2008 von zwei in Äthiopien sesshaften Deutschen (Daniel Rauf und Martin Dirr) gegründet mit der Vision, den Basketballsport in Äthiopien zu fördern und interessierten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten ihrem Hobby nachzugehen und von den positiven Aspekten des Sportes profitieren zu können.

Seit dem verfolgt der Verein folgende Ziele:
1.       Eine   nachhaltige und zuverlässige Vereinsstruktur schaffen, die offen ist für   Basketballinteressierte Kinder und Jugendliche aus allen Einkommensklassen. Der Verein will einerseits talentierte junge Spieler fördern und entwickeln, auf der anderen Seite aber auch Anlaufstelle für Jugendliche sein, für die   der Sport als Ventil für die Sorgen des Alltags dienen kann. Insbesondere will der Verein solche Kinder und Jugendliche erreichen, welche aufgrund ihrer ökonomischen Situation sonst keinen Zugang zu Sport hätten. Mit dem   geplanten Aufbau einer Damenmannschaft sollen zu dem junge Frauen und Mädchen, welche traditionell in Äthiopien eine benachteiligte Rolle spielen, eine gleichwertige Chance erhalten ihrem Hobby nachzugehen.
2.       Das Image   des Sportes in Äthiopien verbessern, indem öffentliche (Streetball-)Turniere durchgeführt werden und somit offizielles Interesse gezeugt wird.
3.       Den Zugang   zum Sport erleichtern, indem Sponsoren zur Konstruktion bzw. zum Erhalt von Spielflächen akquiriert werden.

Seit 2008 hat der „Addis Afros Basketballclub“ eine Herrenmannschaft in der 1. Basketballliga in Addis Abeba registriert. Die Trainings finden 3-mal pro Woche auf einem Freiplatz statt und sind offen für jedermann und jede Frau. Neben den 12 festen Vereinsspielern finden sich nicht selten 10-15 Kinder und Jugendliche ein die am Training teilnehmen. Im   Falle einer finanziellen Förderung sollen eine Jugend- sowie eine Damenmannschaft folgen.

Der Verein dient unter anderem durch seine professionelle und transparente Struktur als Vorbild für andere Vereine. Bei der Auswahl der Vereinsspieler wird Wert darauf gelegt, jungen und talentierten Spielern eine Chance zu geben sowie Spieler auszuwählen welche durch ihr Verhalten und ihre Einstellung Vorbilder für andere Jugendliche sind. Der Verein hat bereits zwei Saisons erfolgreich in der „Addis Ababa Basketball League“ gespielt. Die Entwicklung hat die Erwartungen weit übertroffen. Die zumeist noch sehr jungen Spieler entwickeln mehr und mehr ihr Potential und zudem gestärktes Selbstvertrauen in ihre persönlichen Fähigkeiten.

Durch die großzügige Unterstützung der „Antonia-Ruut Stiftung“ gelang es dem Verein in diesem Jahr für ein Communityprojekt in dem Armutsviertel Kirkos einen betonierten Sportplatz zu errichten. In Kooperation mit deutschen Erstliga Basketballvereinen sollen in Zukunft ähnliche Projekte von den „Addis Afros“ durchgeführt und koordiniert werden.

Im Oktober organisieren die „Addis Afros“ zudem das erste Äthiopische Streetballturnier. Auf zwei aufeinander folgenden Wochenenden sollen auf dem Meskel Square in Addis Abeba bis zu 20 Mannschaften gegeneinander antreten.

Unterstützung des “Addis Afros” Basketballvereins

Ziel ist es den Verein finanziell auf eigene Beine zu stellen sowie eine Nachhaltige Managementstruktur zu schaffen. In der aktuellen Saison spielt zudem erstmals eine Damenmanschaft der Addis Afros.